Soulfood Passionistas
Soul Food Passionistas – so nennen sich die Gastro Survival Passionistas heute, in der Neubesetzung. Carsten und Buddy treffen Menschen - Helden am Herd, Trendsetter, Küchengötter, Foodies, Weinmacher, Hotelmaniacs oder Genußmenschen – und machen das was sie am besten können: quatschen, talken, essen + trinken. Ursprünglich haben Ralf Bos (ja, der Trüffelgott und Food-Legende) und Buddy den Podcast gegründet - nun hat sich das Podcastteam, neu gefunden. Die Soul Food Passionistas holen nicht nur mega-prominente Gäste ans Mikrofon, sondern auch Menschen die tolle Ideen oder neue Perspektiven in die Gastronomie und Kulinarik bringen. Carsten Henn, Bestseller-Autor, Juror, Food- und Weinexperte und Buddy Zipper, hochmotivierter Gast der gehobenen Gastronomie sowie Hobbykoch, Moderator und leidenschaftlicher Podcaster sehen ihren lockeren Talk als „Hub für gute Zeiten“ – d.h. gute Laune ist nicht nur Teil des Programms – sondern steht bei diesem „Schaumwein-Podcast“ (… so hat es auch schon immer Ralf betont) und „Good-Food-Talk“ (…Buddys Perspektive) im Mittelpunkt. Neben dem „Who-is-Who“ der Gastroszene (u.a. Tim Mälzer, Nelson Müller, Cornelia Poletto, Lucki Maurer, Alexander Herrmann, Björn Freitag, Kevin Fehling, Christoph Rüffer, Mario Kotaska, Johann Lafer, Mike Süsser und viele bekannte Küchengötter waren schon da) – kommen auch gerne „kulinarisch-vorbelastete“ Akteure wie Günther Jauch, Horst Lichter oder Bernd Stelter zu den beiden Passionistas. ...und wer einmal reingehört hat, weiß warum dieser Podcast so beliebt ist: Offen, ehrlich und "direkt auf die Schnauze". Buddy und Carsten - beide immer leicht chaotisch vorbereitet - gönnen sich im Podcast stets ein Gläschen feinsten Inhalts und nehmen sich etwas von dem wir heutzutage nur noch wenig haben: Zeit für Euch, die Gäste und die Themen. Feedback, Anregungen und Kritik sind erwünscht: info@soulfoodpassionistas.de - Mehr Infos über https://www.soulfoodpassionistas.de
Soulfood Passionistas
Sascha Perrone: Kein Pate, nur Passion – NRWs kulinarisches Auge
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Folge 204: Buddy deckt in Essen eines der größten Mysterien der gastronomischen Geschichte auf: Wer ist eigentlich dieser Sascha Perrone von „Essberichte", der ganz NRW abfotografiert, aber im Netz praktisch unauffindbar bleibt? Das Gerücht sagt: geboren in einem kleinen kalabrischen Bergdorf. Die Wahrheit: Düsseldorf-Gerresheim. Kein Pate, keine Mafia – ein Ex-Finanzmann und eine Schnapsidee zum Hochzeitstag 2013. Weil er online kein einziges brauchbares Restaurant fand, zückte er das iPhone und machte es einfach selbst.
Aus der „Jungfrau zum Kinde" wurde eine kompromisslose One-Man-Show: Sascha schreibt, fotografiert, layoutet und verlegt seinen Restaurantführer komplett allein – rund 300 Seiten, an die 100 Restaurants, und immer selbst bezahlt. Das Buch gibt's nicht am Kiosk, sondern nur in den Läden, die drinstehen, und exklusiv am Nikolaustag bei Zurheide. Heute ist er Hausfotograf der Sterneküche, wird als Flatrate gebucht und durfte am Tag der Deutschen Einheit als einziger Fotograf Christian Bau beim Staatsbankett begleiten – sein bisheriges Highlight.
Es geht um Tomaten, die bei Oma in Kalabrien anders schmecken als die „Wasserbombe aus Holland", um zwei Kater namens Brunello und Montalcino, um Influencer, die im klimatisierten Bus einfliegen, 45 Minuten knipsen und wieder verschwinden. Und um die große Frage, warum heute keiner mehr das Zehn-Gänge-Menü will, sondern Soul Food: zwei Teller, eine geile Flasche – und um neun auf der Couch. Dazu gibt's Sterne-Hype als geplatzte Blase, das ewige Montags-Drama der Gastronomie, No-Show-Gebühren, warum Expandieren für ihn keinen Sinn ergibt und die Geschichte vom Objektiv, das ein Drei-Sterne-Koch zu Kleinholz verarbeitete – und das bis heute durch ganz Deutschland geistert. Denn die Gastronomie vergisst nicht.
Ehrlich, unbestechlich, selbstbezahlt. Carsten lässt sich entschuldigen (Schriftsteller, also Nachtarbeiter).
#SoulFoodPassionistas #Essberichte #SaschaPerone #Foodfotografie #Sternegastronomie #NRW #Düsseldorf #ChristianBau #Foodpodcast #Kulinarik #SoulFood #Gastronomie #Foodie #ErstDieKameraDannDieGabel
#SOULFOOD # SOULFOODPASSIONISTAS # CARSTENHENN #GASTROSURIVIAL #BUDDYZIPPER #GASTROPODCAST #KULINARIK #STERNEKUECHE #KOCHGOTT #gastrosurivial #sterneküche #foodporn #foodlover #instafood #gastronomie #podcast @buddyzipper @carstenhenn @soulfoodpassionistas
Ihr braucht Soul Food, ihr bekommt Soul Food. Hier sind die Soul Food-Passionister. Für euch, ihr Helden am Herzen, mit Kanten Hen und Buddy Zipper. Heute wird eins der größten Mysterien der gastronomischen Geschichte. In Düsseldorf, Köln und ich möchte auch sagen, im Ruhrgebiet aufgedeckt. Wir erzählen die Geschichte von Sascha. Sascha Perone.
SaschaSchön, dass du in Essen bist, Sascha. Vielen Dank, mein Lieber. Und bei dem Intro müssen wir eigentlich aufhören. Besser kann es ja gar nicht mehr werden. Das wird noch schlimmer.
BuddyGuck mal, hier hinten habe ich einen Bereich auf meinem Zettel steht. Baseline wegstecken. Okay, gut. Dann bin ich sehr gespannt drauf. Der Carsten lässt sich entscheiden. Entschuldigen, nicht entscheiden. Entschuldigen. Der wäre theoretisch hier, aber wir sind viel zu früh für ihn. Wir verzeihen es ihm. Er ist Schriftsteller und deswegen ist Nachtarbeiter. Deswegen möchte er da nicht zwingen. Ich glaube, wir treffen uns gerade um 10 Uhr oder sowas. Das ist für dich und für mich normal. Wir sind ja. Du bist mal Berater gewesen, ne? Auch, ja. Auch? Was denn noch? Ja, ich habe schon viel gemacht in meinem Leben. Ich habe nämlich versucht zu recherchieren und ich finde nichts. Das ist gut so. Also entweder warst du Auftragskiller oder Callboy.
SaschaEins von beiden. Ich war in der Finanzbranche tätig, also quasi war ich eine Mischung aus beidem kaputt.
BuddyAh, okay, das kommt jetzt. Richtig, ja. Also Move auf Wall Street, lässt grüßen. Okay. Und dann hast du das einfach so aus spaßender Freude auf einmal gemacht mit dem Ich mache jetzt Fotos und Essen und dies und das. Oder war das so ein Thema, dass du gesagt hast, ich möchte mein Leben ändern?
SaschaNein, also das war wirklich wie die Jungfrau zum Kinde, ich habe es ja schon ein paar Mal erzählt. Also der Ursprung der ganzen Geschichte war damals, ich wollte zum Hochzeitstag ja mal ein ganz besonderes Restaurant besuchen. Also mein kulinarischer Horizont, damals gastronomisch war, ich habe mal in einer Pizzeria gearbeitet während der Schulzeit. Und das war für mich so High-End. Und ja, ich wollte mal was Besonderes suchen und habe dann damals, also es ist über zehn Jahre her, da reden wir noch über, ja, da drehte sich die Welt noch ein bisschen anders ohne Influencer und hab dann mal eine Stunde online geguckt, ein bisschen rumgedaddelt und gemerkt, alles, was ich hier finde, bringt mich gar nicht weiter. Ich bin nach einer Stunde genauso schlau wie vorher auch. Die Bilder waren nicht schön, du hast bei den Texten gelesen, hat es eh gefaked, also brachte mich einfach nicht weiter. Und dann habe ich gedacht, komm, weißt du was, du bist selbstständig, gehst eh jeden Tag irgendwo essen. Das machst du jetzt einfach mal selber. Ich habe eine Webseite designt, hab das an meinen Programmierer gegeben, haben es online gestellt und ich habe einfach angefangen. Damals ganz einfach mit dem iPhone ein bisschen Fotos gemacht, was dazu geschrieben. Und nach zwei, drei Monaten machte das so ein bisschen die Runde in Düsseldorf. Die Gastur haben gemerkt, hä, da ist einer, der ist unterwegs, der zahlt selber, der macht Fotos, der schreibt über uns, wo ist das schon verrückter? Und so ging das dann nach und nach los. Ja, man muss dazu sagen, es war 2.14, ne? Genau, 2.13, 2014 ging das dann los, ja. Wo es losging, auch, dass die iPhones richtige Fotos machen. Ja, richtig würde man heute wahrscheinlich nicht mehr sagen, aber es war auf jeden Fall für die damalige Zeit sehr vorzeigbar.
BuddyIch war ja vor kurzem bei Marlon, Rademacher. Und da hast du am Nebentisch praktisch noch Shooting gemacht. Und das hat mir sehr gefallen, weil die Jungs kamen immer ganz stolz mit dem Teller aus der Küche und dann wurde dann der Teller schön hingestellt und dann wurde Foto gemacht und das ist also weit weg vom iPhone mittlerweile.
SaschaJa, definitiv, definitiv. Wobei das bei Marlon auch eine sehr besondere Situation ist, dass wir das wirklich dann auch im Mittagsservice gemacht haben. Es ging halt einfach nicht anders und ja, cool, dass du dann wirklich an dem anderen Tisch dann auch gesessen hast und quasi dann so ein bisschen mit dabei warst. Ich fand das lustig.
BuddyIch mag ja genau diese Momente, Marc ja. Ich sitze ja auch gerne meiner Küche rum oder sowas. Einfach, ich liebe ja die Atmosphäre und ich liebe auch das direkte Gespräch dann. Also vor allen Dingen kann man dann, pardon, wenn man das so sagt, wenn jetzt kein Gast dabei ist, dann auch mal sagen, uh, was ist denn das und warum und fragen und kriege dann auch eine ehrliche Antwort. Ich habe einmal habe ich eine Antwort gekriegt, ja, das, was eigentlich drauf war, war aus, haben wir jetzt was gekünstelt. Wenn der Gast daneben sitzt, muss man das nicht zwingen, so erwähnen.
SaschaNein, da bin ich voll und ganz bei dir. Also ich finde es halt auch immer schwierig, wenn ich jetzt so jemanden wie dich dann neben mir oder hinter mir sitze, dann bist du natürlich super. Wir kommen aus der gleichen Bubble, wir wissen, worum es geht. Ich tue mich immer ein bisschen schwer damit, wenn es jetzt ein normaler Gast ist, für den das vielleicht das Highlight des Jahres ist und ich stehe dann da mit meinen zwei Blitzen und blitze die ganze Zeit rum und laufe da und sorge für Unruhe. Das möchte ich einfach vermeiden.
BuddyAlso ich kenne ja die Fotoshootings auch und ich fand das erstaunlich entspannt. Weil du haust halt nicht 300 Bilder durch, sondern du hast eine Hohlkehle dabei. Du hast, ich glaube, zwei Reflektoren und indirektes Blitzlicht. Das geht ja noch. Weil es nicht wie bei den alten Dingern, ihr kennst doch die alten Kästen, wo es immer Wumms gefallen hat, weil so ein Blitz da rauskam. Und ich habe mir gedacht, mein Gott, was was passiert jetzt? Ich fand das erstaunlich dezent. Deswegen hat es, also gestört hat Nikola mich nicht. Kann aber auch sein, dass es ein bisschen einem Champagner lag, den wir hatten. Das war so Mittagszeit mit dem Spiel lag. Aber da bist du dann eisern, ne? Du trinkst dann nichts. Also du konzentrierst dich wirklich da auf die Fotos. Ich habe nicht gesehen, dass du einen Schluck Champagner getrunken hast.
SaschaNein, in dem Fall auch wirklich nicht. Es war ja auch an einem Mittag. Für dich war es ein in Anführungszeichen ein entspannter freier Mittag. Für mich war es ja Arbeitszeit. Ich bin dann nachher auch noch weiter zum nächsten Shooting und von daher, wenn du das halt jeden Tag ein, zwei oder manchmal dreimal machst und dir dann überall noch den Shampoos gibst und hier noch ein Weinchen und da nochmal probieren. Ja gut, ist der Tag durch. Genau, richtig. Also von daher muss man da manchmal so ein bisschen zurückhaltender sein.
BuddyAber jetzt kommen wir nochmal zurück. Das heißt also, 2013 hast du gesagt, okay, jetzt Hochzeitstag, da muss mal was passieren. Wie lange bist du verheiratet dann? 16 Jahre. 16 Jahre, okay. Also es war der dritte, musst du auch noch richtig mögen. Natürlich, ja. Sehr gut. Hast du eigentlich Kinder oder so? Ja. Weil man erfährt ja nichts von dir. Also nichts. Gar nichts. Das stimmt. Und deswegen, es gibt das Gerücht, du bist in einem kleinen kalabrischen Dorf geboren.
SaschaOh, das ist ein Gerücht, ja. Genau, ja. Also mein Vater ist in einem kleinen Dorf in Kalabrien geboren. Das stimmt. Ich bin hier geboren. Also ich bin auch hier geboren, hier aufgewachsen. In Düsseldorf, dafür. In Düsseldorf, genau.
BuddyDa sind wir beide Düsseldorfer.
SaschaIch bin da auch geboren. Ja, ich bin so. Also Gerresheim, also ein kleines Dorf im Dorf, nur halt nicht in Kalabrien, sondern in Düsseldorf. Und ja, das ist schon mal Mythos Nummer 1, den wir aufdecken können. Nein, der Junge ist nicht im kleinen Dorf in Italien geboren, sondern hier. Aber ich liebe das kleine Dorf in Italien.
BuddyWir haben ja schon zwei Mythen aufgedeckt, also Finanzbranche, nicht Mafia. Wobei das passt. Aber. Ja, mit Kalabrien wird es jetzt schon wieder schaffen.
SaschaJa, genau.
BuddyAber da gibt es tolle Wurst. Also es gibt sehr tolle Sachen aus Kalabrin.
SaschaNicht nur Wurst.
BuddyJa, und Sonne verwöhnt und überhaupt.
SaschaGroßartig.
BuddyMuss ich wirklich sagen. Ich war zwar selber, doch, ich glaube, ich war schon mal da, aber nichtsdestotrotz Düsseldorf, Geresheim. Genau. Bei mir war es ja Benradh und nach mir haben sie das Kinderkrankenhaus abgerissen. Also ich glaube praktisch das letzte Kind da und dann abgerissen, neu gebaut. Mein Gott, haben die gedacht, dann bin ich drei Jahre in Garat groß geworden. Da war das aber noch hip. Also das war Ende der 60er. Da war das richtig hip, in einem großen Gebäude mit aufzugeln. Oder sogar weggezogen, wie ich das letzte Mal da war, habe ich gedacht, oh, da möchte ich nicht mehr wohnen. Ja, Leute, das ist ein bisschen komisch geworden da. Aber gut, wie dem auch sein. Ja, und dann bist du hingegangen und hast dann 2013 angefangen, das war praktisch für ein Hochzeitstag, welches Lokal ist, wo warst du dann zum dritten Hochzeitsdag? Weißt du das?
SaschaAlso ich habe online wirklich dann nichts gefunden. Wir waren bei unserem Stamm Italiener bei uns im Stadtteil dann gewesen, weil es wirklich dann jetzt nicht das Besondere geworden ist. Und ja, von daher. Und was war der erste Laden, wo du gesagt hast, jetzt mache ich mal ein Foto und zu dem Berichten, weißt du das noch? Lass mich kurz überlegen. Ja, das war auch einer meiner, also damals hatte ich wirklich so zehn, vielleicht zwei Hände voll Restaurants, wo ich halt regelmäßig gewesen bin. Das war aber nichts Besonderes. Das sind die ganz normalen Standard-Dinge gewesen. Und das erste Restaurant, wo ich dann damals wirklich aktiv ein Foto gemacht habe und was geschrieben habe, war das La Castanjas in Düsseldorf-Derendorf oder Pempelfort, ich meine, es Därendorf irgendwo da an der Stadtteilgrenze. Und das war der allererste Laden. Also es fing dann wirklich, ich bin damals einen anderen Weg gegangen, wie es heute üblich ist. Heute ist es ja so, du hast irgendein Mäuschen, die sieht ein bisschen gut aus, kann ein Handy bedienen und schreib dann erstmal alle drei Sterne in ganz Deutschland an. Ich bin die Mega-Influencerin, ich sorge für Traffic, Alarm und so weiter. Ich komme vorbei und dann sitzt sie da am Tisch und erzähle erstmal allen, wie großartig das hier ist. Hat aber eigentlich keine Ahnung, wovon sie redet. Was ja auch okay ist. So ist der Markt, so funktioniert das heute. Ich habe es wirklich noch klassisch gemacht und zwar bin ich aus dem Stadtteil quasi rausgewachsen. Ich habe mit meinen kleinen Restaurants, Italiener und Standard halt, was jeder so gerne hat, angefangen. Und dann wurde das Ding halt nach und nach immer größer. Also ich kann einfach mal sagen, ich habe mir meine Erfahrungen in Anführungszeichen wirklich nochmal dann im Erwachsenenalter erfressen und ersoffen.
BuddyJa, ja. Und aber die Idee war wirklich, du gehst hin, isst da, machst ein Foto am Anfang. Aber dann irgendwann, da hast du es, wie gesagt, du hast online gestellt. Aber wann kam die Idee, auf Ess-Berichte zu machen?
SaschaAlso spricht das dann auch noch zu drucken. Oh, das kam dann eigentlich auch schon direkt im ersten Jahr. Wie gesagt, ich wusste am Anfang nicht, was passiert hiermit. Ich habe das ganz, ganz oft gemacht in meinem beruflichen Leben, dass ich einfach gemacht habe, worauf ich Lust hatte und am Ende ist irgendwas bei rausgekommen. Wenn nicht, ist auch nicht schlimm, dann lässt man es halt und wenn es funktioniert, dann macht man was draus. Und so war das hiermit auch. Also es wurde, wie gesagt, hat relativ schnell die Runde gemacht, weil damals, also ich habe da ja einen Markt nicht erschaffen, den es nicht gab, weil es gab schon andere, die auch so darüber geschrieben haben, aber nicht in der Form, wie ich das halt dann irgendwann gemacht habe. Und das machte halt relativ schnell die Runde. Und ich bin da mit den Gastronomen ins Gespräch gekommen und wir haben überlegt, ja, was können wir machen? Dann wurde das mit den Fotos ein bisschen intensiver. Und irgendwann sagt jemand, du musst da auch ein Buch draus machen. Ich habe gesagt, komm, ey, so ein Restaurantführer. Aber gut, wir haben es dann halt einfach gemacht. Das war damals natürlich sehr überschaubar, also von der Dicke her wie so ein Mickey-Maus-Heft, ne, aber ist ja klar. Ich habe es ja alles alleine gemacht, mache ich ja heute auch noch. Von daher muss man sich den Weg dann halt erstmal wirklich erfuttern. Und ja, so ging das dann los. Und auf ganz, ganz bescheidenem Rahmen.
BuddyJa gut, heute ist es ja schon, ja, ich sag mal, kann fast mit dem Konrad-Katalog konkurrieren. Das sind, glaube ich, 240 Seiten jetzt gerade, oder?
SaschaEs sind immer so zwischen 250 und 300 Roundabout.
BuddyDas ist schon ein richtiger Klopper.
SaschaUnd du hast wie viele Gastronomen oder respektive Restaurants da drin? Es sind immer so um die 100 Restaurants mit einem großen Porträt, also mit einer Doppelseite quasi und dann noch ein bisschen redaktionelle Geschichten, aber immer so roundabout 100 mit einer redaktionellen Doppelseite.
BuddyAber das ist auch das Geschäftsmodell dann. Also praktisch, dass ich als Gastronom auch sagen kann, hey, komm vorbei, mach Fotos und ich möchte da drin sein. Oder wie funktioniert das?
SaschaGenau, also früher war es ja so gewesen, die Restaurants, die bei Essberichten mit dabei sind, die sind ja nicht dabei, weil sie bezahlt haben, sondern die bezahlen, weil sie das toll finden, was ich mache, weil ich irgendwann mal da war und was gemacht habe. Das heißt, damals war es dann so, ich habe halt, wie gesagt, angefangen, das Ganze online zu stellen und irgendwann habe ich gefragt, pass auf, ich bringe jetzt das erste Mal so einen Restaurantführer, nennen wir ihn jetzt mal so, raus. Hast du Bock, dabei zu sein? Wenn ja, brauche ich dafür, ich weiß gar nicht, weil es damals waren, 300 Euro oder irgendwie sowas, was ich dafür genommen habe, einfach um den Druckkosten so ein bisschen zu finanzieren. Und da haben die meisten gesagt, ja klar, machen wir auf jeden Fall. Und so ist das Modell eigentlich geblieben. Das heißt, ich bin das ganze Jahr über unterwegs gewesen, habe überall gegessen, gemacht, getan und dann Mitte des Jahres gesagt, pass auf, dich finde ich toll, du bist im nächsten in der Ausgabe mit dabei, hast du Bock auf eine große Präsentation. Und das war dann das Geschäftsmodell irgendwann bei den Essberichte Geschichten, dass sie gesagt haben, ja, ist okay, wir beteiligen uns dann mit Summe X an den Druckkosten und dafür sind wir mit drin.
BuddyIst ja schon was Besonderes, weil du bist ja schon in der Region, das hat Köln, also Düsseldorf in erster Linie, aber Köln auch, Umfeld so ein bisschen, Ruhrgebiet ein bisschen, aber dann, ja, Christian Bau ist auch dabei, der ist ja gar nicht aus der Ecke.
SaschaNee, auch das ist das, was ich anfangs sagte. Das wuchs halt aus dem Stadtteil heraus. Damals war es ja wirklich rein Düsseldorf. Darum habe ich ja auch immer noch den Rheinturm in meinem Logo drin, so fing es ja damals an. Aber klar, irgendwann wurden die Grenzen dann halt immer weitergesteckt. Mittlerweile ist es ganz NRW, was in dem Restaurantführer abgebildet wird. So steht es auch auf dem Cover mittlerweile, also so geil ist NRW oder die tollsten Restaurants in NRW. Aber natürlich wird der Tellerrand auch nochmal bespielt. Das heißt, alles, was an der Grenze ist, besuche ich auch. Und mit Christian Bau war das dann auch so, dass wir irgendwann einfach, ich war dort zum Essen ganz normal, zahlender Gast und irgendwann kam mal ins Gespräch und ja, so wie es mit vielen Sachen ist, entsteht was draus. Ich war noch nie da, ich musste mal hin.
BuddyOh ja, auf jeden Fall. Ja, du, aber ich habe, also Carsten sagt mir immer, wo ich überall noch hin muss. Da überlege ich immer, wie ich das funktionieren. Und die Zeiten sind ja nicht mehr wie früher, dass man direkt schon morgens mit dem Schlitten abgeholt würde, Kind dran und in den Wissen und so. Sondern es ist halt so, man muss das selber irgendwie organisieren. Aber ich finde das faszinierend, weil du hast halt wirklich aus deiner Passion hast du dann wirklich einen Beruf gemacht.
SaschaJa, wobei man ja sagen muss, es war ja damals noch nicht mal wirklich eine Passion, sondern es war eine Schnapsidee, weil mir irgendwas gefehlt hat, was ich brauchte. Und oft ist es so, wenn mir was fehlt, was ich brauche, was es nicht gibt, dann mache ich es halt selber. Damals warst du ein Nutzesser unter dem Motto, der Nutzen ist, satt zu werden?
BuddySo ungefähr, ja. Und heute ein Genussesser. Genau. Das heißt, aber man muss sich ja auch ein bisschen Fachwissen anessen, damit man kritisieren kann, oder?
SaschaGenau, das meine ich ja damit. Und so ging es dann ja auch wirklich los. Nur ich habe es halt nicht bei den ganz Großen angefangen, sondern ich habe mich von unten nach oben durchgefuttert. Das war mir halt auch einfach wichtig. Und ich habe ja auch immer betont, ich bin ja kein Kritiker. Also ich gehe jetzt nicht in ein Restaurant, fange an, mit einem Küchenchef zu diskutieren, ob das, was der gerade macht, gut oder schlecht ist. Weil wer bin ich? Ich bin kein gelernter Koch. Ich habe das Handwerk dazu nie gelernt. Ich habe es halt gesehen, ich esse, ich mache, ich tue, aber ich bin nicht der, der dem Koch erklärt, wie es geht. Ich erzähle immer nur, wie es mir wo gefällt und was mein Leser draus macht, das bleibt halt ihm überlassen. Meine Meinung ist auch nicht die richtige, aber ich sage immer, wenn du meine Sachen über eine Zeit lang verfolgst, dann weißt du halt, wie der Sascha denkt. Und wenn der Sascha jetzt sagt, für mich war die Passwörter viel zu Aldente und du kennst aber den Sascha, dann kannst du für dich einschätzen, ah, okay, wenn der sagt Aldente, dann ist es für mich perfekt. Oder das Steak war ihm, war mir jetzt zu Medium, zu drüber und dann sagst du, ja, wenn der sagt, es ist zu drüber, dann ist es für mich aber super. Oder wenn der Sascha sagt, das ist so, der hat keine Ahnung davon, dann weiß ich, ich brauche da nicht hingehen zum Beispiel. Das kann ja auch sein. Also ich habe nicht die richtige Meinung, aber ich habe eine. Wenn man die lange verfolgt, kann man sie einordnen. Und ich glaube, das ist so ein bisschen das Entscheidende. Glaubst du, dass die Leute es noch wirklich machen?
BuddyWeil ich habe nämlich, ich stelle immer wieder fest, dass die Leute dann sagen, ja, der Carsten Henn hat gesagt das. Oder der Michelon sagt das und das. Oder der so und so sagt das und das. Oder Google, ganz schlimm. Google, 4,8 Punkte. Pizzeria mit zwei Burgern und 18 indischen Gerichten. Auf jeden Fall. Und 4,8 Punkte, weil die Familie halt unterschiedliche Namen hat. Und es wird oftan einfach angenommen. Also was da steht.
SaschaFür wahr. Genau, und das ist ja so ein bisschen der Unterschied. Ich finde also, der Mensch braucht ja immer was, woran er sich orientieren kann. Ist wie mit den Amazon-Sternen. Wonach kaufst du? Das ist ja scheißegal, du guckst, was halt 4,7, 4,8, passt, das ist das Budget, nehme ich. Der Rest ist dir egal. Du liest ja auch die Rezession im Zweifelsfall gar nicht wirklich. Aber der Mensch braucht was, woran er sich langhangeln kann. Und deshalb habe ich das halt auch damals mit meinem Bewertungssystem so gemacht. Aber wie gesagt, nie unter der Prämisse, dass ich jetzt hier irgendwie einen Status oder irgendwas definiere, wie das zu sein hat, sondern das war meine Meinung dazu. Und ich glaube, du musst einfach als Endverbraucher oder wenn du irgendwas recherchierst, brauchst du eine Meinung, die du einordnen kannst. Beispiel, wir beide reden jetzt über eine Tomatensoße. Jetzt müssen wir aber schauen, was haben wir denn für ein Verständnis von der Tomate? Ich habe dabei direkt vor Augen oder auf der Zunge die Tomate, die ich damals bei meiner Oma im kleinen Dorf in Kalabrien gegessen habe. Und bei dir ist es dann vielleicht, keine Ahnung, die Wasserbombe aus Holland, also das heißt, wir reden immer nur Tomate, aber unsere Erwartung, die ist ganz anders. Das ist wie Äpfel und Birnen.
BuddyBei mir ist ja noch schlimmer. Bei mir sind es die Besuft-Tomaten, die mir Garciella ausminister haben.
SaschaOkay.
BuddyUngekühlt, weswegen die habe ich, also die kamen dann zwei, drei Tage später an. Weswegen die auch unmittelbar zu so einer Soße verwandeln. Okay, gut.
SaschaOkay, verstehe ich.
BuddyWobei ich die Wasserbombe aus Holland in Schutz nehmen muss mittlerweile, du hast noch keine Wasserbombe aus Spanien gegessen.
SaschaDa bin ich bei dir. Ich rede jetzt von den frühen 80ern, als ich eigentlich klein war. Das ist es halt. Also du redest über die gleichen Dinge, die aber eigentlich ganz unterschiedlich sind. Und wenn du jetzt 20 Menschen eine Tomate bewerten lässt, dann hast du eine Durchschnittsmeinung. Aber für mich bringt das ja nichts. Das heißt, ich verlasse mich lieber auf den einen, den ich einschätzen kann, wo ich verstehe, wie denkt er über eine Tomate und dann weiß ich, bringt mir das was oder nicht. Und ich glaube, das ist halt das Entscheidende.
BuddyIch glaube, das macht Sinn. Ich persönlich möchte, habe ich ja auch bei Amazon schon angeregt, gesagt, Amazon, liebe Amazon-Leute, tut mir doch mal einen Gefallen und mach mal einen Button unter diese Rezensionen. So und so viele Leute fanden diese Rezension sinnlos. Also das werde ich viel angehört. Also so und so viele Leute fanden das gut. Auf jeden Fall. Bei tausend Fliegen können ich irren. Ich habe noch ein weiteres Mysterium ausgegraben und Katzen. Ja.
SaschaDu bist ein Katzenmensch. Nein, eigentlich gar nicht, aber meine Frau. Okay. Deswegen hast du die Brunello und Montalcino genannt. Ja, wir haben damals einen Deal gemacht. Also als wir die beiden Katzen bekommen haben. Genau, richtig. Wir haben gesagt, ja, ja, auf jeden Fall. Also meine Frau liebt halt Katzen, da muss immer eine Katze im Haus sein. Und dann wurden es halt die zwei Brüder quasi und ich habe gesagt, okay, machen wir, aber dann suche ich den Namen aus. Und dann haben wir halt da unsere zwei Kater gehabt und dann habe ich gesagt, ich liebe einfach Brunello di Montalcino, ich trinke diesen Wein unheimlich gern und habe gedacht, komm, das passt dann nicht.
BuddyWelches ist denn dein Lieblingsbrunello?
SaschaAch du, unterschiedlich. Also ich kann es dir wirklich gar nicht jetzt so den einen konkreten sagen, weil es kommt immer darauf an, wo bist du gerade, was für ein Jahr ist auf der Karte oder und so weiter und so fort. Und du kennst ja Toskana so vielschichtig, also von daher ganz, ganz schwierig zu sagen.
BuddyDie großen Alte Sino zum Beispiel oder Banfi, ja?
SaschaJa, ja.
BuddyWobei Banfi ist ja das ein oder andere Thema gerade. Ich war mal in Montalcino und dann sind wir durch das Dörfchen durchgefahren. Das ist ja schon lange, ja. Das muss Mitte der 90er gewesen sein, Ende der 90er. Und das war total spannend, weil wir sind raus aus dem Ort und dann war da rechts so eine Art Winery zum Übernachten irgendwie. Nicht so richtig und auch, da stand auch nicht so richtig dran, was es ist. Und dann sind wir da reingestolpert, ja, ja, Zimmer wird sie vermieden. Und das war einer, der nicht im Konsortium war. In diesem Brunello-Konsortium. Okay. Musiker. Und wenn du rauskommst, rechts. Ich weiß nicht, ob es den heute noch gibt. Aber das war so unsere erste Brunello-Erfahrung, wo wir überlegt haben, weil Brunello hat ja damals schon 50 Marken. Das war ja schon voll. Also für mich damals. Oh. Haben wir sich da schon überlegt und nochmal nur die Hälfte davon getrunken, damit man die andere Hälfte am nächsten Abend noch trinken kann. Aber das war schon spannend zu sehen, was da so Brunello-mäßig abgeht. Aber bist du auch ein Rotweinmann dann?
SaschaIch bin eigentlich trinke ich nur Rotwein. Und ich bin da auch noch wirklich so festgelegt auf meine Region. Also Toskana, Piemont, Bordeaux, ein bisschen Burgund. Aber das ist so das, worauf ich stehe.
BuddyOkay. Aber kann man dich mit dem Pinot Noir von der A nicht holen? Ja, nee, nicht so unbedingt. Moment, da gibt es ein paar schöne Sachen, muss man da mal reingucken. Also nochmal reinschmecken. Ich bin ja so ein Weißweinheinig und bekennende Champagner-Schleife. Es ist halt zu früh heute, deswegen machen wir das heute nicht. Ich glaube, das ist auch ganz gut, weil es ist ziemlich warm heute. Wir müssen ja sagen, wir nehmen ja auf, praktisch einen Tag vor der Sterneverleihung.
SaschaJawohl.
BuddyAlso deswegen, wenn diese Folge ausgestrahlt wird, also praktisch in einem Monat, dann wissen wir schon, wie ist es denn ausgegangen.
SaschaVielleicht wissen wir es ja auch heute schon und wir verraten es nicht.
BuddyIch bin mir sicher, nein, wir wissen natürlich nicht. Nein, natürlich nicht. Deswegen frage ich auch nicht, was wünschst du dir für deine Schäfchen? Ich erwarte auch keine Gegenfrage. Aber es ist ja schon noch so eine Sache. Gerade jetzt, ich merke es so bei meinen Kumpels und die ich so kenne und so weiter, bei dir wird es nicht anders sein. Die Spannung ist dieses Jahr schon krass, oder?
SaschaDie Spannung ist eigentlich jedes Jahr krass. Also es ist ja gefühlt, es geht im Moment, also die letzten Jahre wurde es halt immer früher, weil ja diese E-Mails halt mit der Einladung immer früher rauskamen. Das heißt, früher war es so, Wochenende vorher hast du geguckt, hat einer schon was gehört und mittlerweile sind es halt vier Wochen vorher, wo die Jungs schon anfangen, boah, gibt es schon irgendwas und so weiter. Also die Spannung ist immer gleich.
BuddySpät versendet worden, weswegen das eine große Spannung war. Wir sind mal gespannt, was da ist. Aber eigentlich, und das gefällt mir bei Essberichten, spielt jetzt der Stern da nicht so die große Rolle?
SaschaNein, die große Rolle spielt er nicht. Er spielt natürlich eine Rolle, aber ich habe ja auch immer gesagt, mir ist es egal, was ein Küchenchef macht, Hauptsache ist es geil. Das kann eine Currywurst sein, das kann aber auch ein High-End-Drei-Sterne-Menü sein. Also das macht für mich keinen Unterschied. Aber natürlich, klar, spielen schon die Sterne eine große Rolle, weil ich natürlich auch unheimlich viele Kunden mittlerweile habe, wo ich die Fotos mache, die halt aus dem Sternebereich sind. Also ist ja halt das Besondere. Also Essberichte liest ja jetzt nicht der, der jetzt gucken möchte, wo gibt es die beste, ja, was weiß ich, Junkfood-Zeug oder sonst irgendwas. Wir haben ja schon irgendwie einen gewissen Anspruch an Kulinarik zumindest.
BuddyWobei ich stelle jetzt gerade wieder fest, dass dieser Trend, den Melzer und andere auch gesetzt haben, dass so Junkfood dann doch da ist. Also Franzbrötchen und andere Themen, die es da gibt.
SaschaDa bin ich voll und ganz beide. Die Frage ist nur Franzbrötchen für 1,99 oder für 14,99, wie es kosten muss, wenn du es halt geil machst. Und ich meine jetzt den 1,99 Menschen, das ist nicht mein Leser.
BuddyDas stimmt, ja. Wie viele Essberichte? Also wie hoch ist die Auflage? Was haust du heraus?
SaschaDas kommt immer drauf an, je nachdem, wie viele Restaurants dann wirklich mitmachen, weil anhand dessen richtet sich das ja. Ich habe ja auch ein anderes, ich sage jetzt mal, Modell, wie es der normale Restaurantführer hat. Also mein Buch kannst du ja gar nicht öffentlich irgendwo im Buchhandel oder an einer Tanke kaufen. Da war ich halt nie ein Freund von, weil ja, ich wollte halt, wir haben ja auch in Düsseldorf den einen oder anderen Restaurantführer beispielsweise und ich denke mir immer, Wenn ich das Ding erstmal für einen Zehn an der Tanke kaufen muss, dann habe ich als Marketingmensch für die Gastronomie was falsch gemacht. Das möchte ich nicht. Deshalb gab es mein Buch immer nur exklusiv, solange der Vorrat reicht, in den Restaurants, die im Buch auch vorgestellt werden. Weil meine Intention war es ja, möchtest du das Buch haben, geh ins Restaurant und hol es dir dort. Im schlimmsten Fall kommt er nur vorbei, nimmt das Buch. Im besten Fall hat er drei Freunde mit dabei und die saufen dir den Weinkeller leer. Also das war immer meine Intention. Darum war es gar nicht mein Ziel, jetzt eine mega riesengroße Auflage zu machen, sondern das Ding soll schon exklusiv bleiben. Und so ist es ja heute auch noch. Du kriegst es jetzt mittlerweile bei mir online, weil irgendwann einfach so viele Leute gesagt haben, schick mir doch bitte ein Exemplar zu und und und. Also von daher Onlineshop, ja. Und ich vertreibe es aktuell exklusiv auch bei Zurheide in Düsseldorf, weil das einfach genau zum Klientel passt. Und ja, da ist es dann immer am Nikolaustag erhältlich. Immer am Nikolaustag, genau.
BuddyHeißt Nikola und dann am 6.12.
SaschaGeburtstag. Na gucke mal.
BuddyDas Coole ist ja, wenn man das Buch sieht, also es ist ja, es ist zwar aufgebaut wie ein Paperback, aber ja, ist ja ein Paperback, aber das ist schon ein richtig krasses Buch, weil du während auf Papier und Fotografie und sowas legst und so weiter. Aber das hast du dir auch erarbeitet. Also nicht nur das Genießen, was mit dir erarbeitet, sondern auch das Fotografieren. Genau das. Und deine Bilder zeichnen sich dadurch aus, also ich bin ein großer Fan auch von Thomas Ruhl und von anderen Food-Fotografen, die da unterwegs sind. Aber deine Bilder zeichnen sich dadurch aus, dass ich halt immer genau das Gefühl habe, das, was da auf dem Teller ist, ist ein Manifest. Also du hast keine großartigen Weichzeichnungen, die nach hinten wegfallen, sondern ich habe immer ein kristallklares Bild von das, was da auf dem Teller ist. Du veränderst auch selten den Winkel, damit man, wenn man das Buch durchblätterte, hat man schon das Gefühl, ich kann auch theoretisch an so einem Buffet vorbeilaufen und da mal reingucken. Das gefällt mir sehr gut. Wie ist das entstanden?
SaschaAlso auch das, also alles, was ich heute mit Ess-Berichten mache, ist ja wirklich Learning by Doing. Ich habe das nie gelernt. Das war alles YouTube- und Google-Universität.
BuddyAh, okay, so Sonne Lach, Blende, Acht.
SaschaJa, total, auf jeden Fall. Also Deutsch immer vier Minus, Fotografie und so weiter, keine Ahnung von, sondern haben wirklich alles selber in dem Moment beigebracht, wo ich gemerkt habe, ah, okay, das funktioniert, das brauchen wir jetzt. Wir müssen das Ding auf ein anderes Level heben. Und ich glaube, das ist aber auch der Vorteil von dem, was ich tue, dass ich es nie gelernt habe, weil ich es halt ganz anders mache. Ich bin zum Beispiel ganz oft bei Küchenchefs, wo wir dann zum ersten Mal ein Fotoshooting machen und dann sagt er mir, boah, der Fotograf früher, der hat das aber total anders gemacht. Und ich sage mal, ja, das liegt daran, weil er das gelernt hat. Aber ich mache es halt auf meine Art. Die muss nicht immer richtig sein, aber es ist halt meine Art und man erkennt sie direkt. Und deshalb mache ich wahrscheinlich viele Sachen instinktiv, die ein normaler, also ein gelernter Fotograf ganz anders machen würde. Gerade in der Lichtsetzung und so weiter. Und mir fehlt da oft wahrscheinlich auch einfach dieser künstlerische Drang oder Aspekt oder ich will jetzt hier unbedingt diesen Teller so unfassbar toll in eine bestimmte Szene setzen. Nein, ich will zeigen, was auf dem Teller drauf ist, damit dich dieser Teller geil macht und du ins Restaurant gehst, um den dort dann zu essen. Also nicht den Teller, sondern das Gericht und das ist mir einfach wichtig und so habe ich das halt dann in Anführungszeichen für mich gelernt. Was ist, wenn der Teller einfach nicht geil aussieht? Dann bin ich nicht dort zum Fotografieren.
BuddyJa, aber kann ja sein, dass jetzt an dem Tag ist der Chef krank und der Praktikant macht es und was dann?
SaschaJa, dann entweder wenn der Teller rausgeht und es sieht einfach scheiße aus, dann diskutieren wir kurz darüber. Willst du das jetzt wirklich so zeigen? Und wenn er sagt, ja, ich will das jetzt unbedingt so zeigen, gut, dann machen wir es halt. Ich würde es in dem Fall dann für mich nicht zeigen. Wenn der Gastronom das dann machen möchte, kann er das gerne tun. Aber das wäre dann für mich jetzt keine Empfehlung, wo ich sage an meine Leser, ey, ja, guckt euch bitte diesen geilen Teller an, der eigentlich scheiße ist und geht jetzt da hin. Aber es passiert doch eigentlich nicht. Ich bin ja wirklich, ich habe ja dieses Privileg, dass ich nur mit Menschen arbeite, wo ich wirklich Bock drauf habe. Und ich bin ja nicht dort, weil die das bezahlen, sondern ich bin dort, weil ich irgendwann mal da war, festgestellt habe, das ist cool. Wir kamen in einen Dialog und deshalb werde ich gebucht. Also in der Regel weiß ich ja, da wo ich hingehe, da kommt schon was ordentliches auf dem Teller. Die Jungs wissen, was die machen.
BuddyJa, klar. Und die Mädels. Und das ist ja auch besser geworden, muss man dazu sagen. Also so die letzten 20 Jahre hat sich extra enorm viel getan auf dem Teller, gerade auch hier in der Region. Wobei ich vermisse die alten Schnitzelboden.
SaschaJa, ja. Oder eine Hähnchenbude.
BuddyJa, gibt es kaum kaum noch mehr. Gar nicht. In Essen gibt es noch zwei, wo du ein gescheites Hähnchen kriegst. Also ich rede jetzt nicht von den Dingern vom Supermarkt. Also die keiner möchte. Nein, nein. Und da kann man auch 50 Mal Bruder haben, was ich möchte. Ich bin da bei dir, ja. Also das ist nicht, es ist nee, nee. Möchte ich gar nicht erinnern. Aber so die richtigen Hähnchenbuden, stimmt. Gibt es kaum noch.
SaschaGibt es wirklich kaum noch. Und wenn, dann siehst du halt schon, wenn sich da der flatter Mann auf dem Spieß dreht, weißt du, den will ich jetzt nicht essen. Das ist leider. Also wenn jemand einen Tipp hat in Düsseldorf oder wo auch immer, ich fahre gern vorbei, weil ich habe Bock drauf. Einfach mal ein schön geiles halbes Hähnchen. Wo gibt's das? Mir fällt nichts ein.
BuddyGibt es einen Laden, der ist in Holzerhausen. Ich glaube auch am Holzhauser Platz. Und der macht das, glaube ich, seit 400 Jahren. Da drücke ich dann vorne den Hähnchengrill auf dem Fenster, noch wie früher. Und ich weiß noch, in der Altstadt gab es auch früher so einen Laden, aber den gibt es irgendwie nicht mehr.
SaschaDen Hühner Hugo.
BuddyDoch Hühner Hugo gibt es ja noch.
SaschaJa, aber nicht mehr den, wo meine Eltern damals in den 70ern noch gegessen haben.
BuddyDer, wo Marius drüber gesungen ist. Genau. Nee, nee, nee. Wie hieß der? Da war noch ein ganz kleiner hinten war der, wo die, wo auch die Thais sind und so weiter. Egal. Also ich suche ja auch bis heute wieder immer noch die Spießbratenbute, die es nicht mehr gibt. Ja, ja, ja. Ich vermisse so vieles. Ich auch, ich auch. Ich gehe auch nicht mehr hin, muss ich zugeben, wenn Wochenende ist.
SaschaAlso wenn dann auch nur schusssichere Weste, Sturmhelm und so weiter, dann kannst du noch hingehen. Ansonsten.
BuddyJa, wobei, ich bin so gerne in der Oststraße, kannst du ja vorstellen.
SaschaGut, da ist ja nicht die Altstadt. Also das ist wieder was ganz anderes.
BuddyUnd dann gehe ich gerne auch bei Zuheide in den Keller und das geht auch sehr schön. Direkt danach.
SaschaJa, auf jeden Fall. Das ist dann nochmal eine andere Area.
BuddyDas ist ein Insider. Ja, genau. Kann man nochmal zurückblättern. Aber das ist ja auch so ein Thema. Du hast dann angefangen, wie gesagt, hast das rausgebracht, auch mit den Essberichten und so weiter. Und hast ja durchaus Einfluss gewonnen. Also sprich, jetzt eigentlich könnte man sagen, dass du ein Influencers-System aufgebaut hast über das Buch, auch über die Food Bodies, also die Gastronomen, die Köche und so weiter, und so eine kleine Lawine entwickelt hast. War das zuvoll oder ein Plan?
SaschaNein, das war kein Plan. Also wie gesagt, ich habe damals echt, bin ich wie die Jungfrau zum Kinder dorthin und es ist nach und nach wirklich größer geworden, dadurch natürlich auch einflussreicher. Wobei ich jetzt, wie gesagt, ich bin kein Kritiker und ich sage nicht, dass ich den Maßstab für irgendetwas definiere, aber es hat sich dann natürlich einfach ergeben, weil ich halt so unfassbar viel in der Gastronomie dann unterwegs gewesen bin. Also wenn du das den ganzen Tag machst, so ein bisschen eins, zwei, drei Küchen jeden Tag, du erarbeitest die halt einen Namen. Ob das jetzt der gute ist, der falsche, der richtige, wie auch immer, aber du hast einfach deinen Namen und einen Einfluss. Ja, ja.
BuddyEr gibt ja auch kritische Stimmen. Ganz bestimmt, ja. Was ich relativ lustig finde. Also ich selber muss sagen, ich bilde mir immer ganz gerne selber ein Bild auch von Menschen und so weiter oder was sie so tun und dies und das. Weil es gibt ja immer Leute, die irgendwie einen Furzquersitzen haben, weil sie so nicht beachtet werden oder das nicht wahr oder das nicht wahr.
SaschaNatürlich, ist menschlich.
BuddyJa, das finde ich manchmal ein bisschen ein bisschen komisch. Man sollte mehr Miteinander reden als übereinander, finde ich so. Aber das ist eigentlich das, was du dir aufgebaut hast, finde ich halt echt enorm bemerkenswert. Weil One-Man-Show, du machst, glaube ich, auch die InDesign-Files selber von dem Buch noch.
SaschaBis auf den Druck mache ich alles selber. Also komplett.
BuddyJa, gut, das mit dem Drucken wäre jetzt theoretisch digital auch schon noch machbar von dir. Aber das wäre jetzt so ein anderes Thema. Die Druckmaschine kostet halt dummer weitere.
SaschaGenau, ja. Also das ist dann so ein Investor, wie ich sage, das können andere besser und.
BuddyJa, vor allen Dingen, wenn wir nur Zeitweilig was haben. Genau. Aber jetzt stellt sich natürlich die Frage, warum expandierst du dann nicht?
SaschaJa, das Problem ist halt immer, sobald du anfängst zu expandieren, gibst du halt Dinge natürlich aus der Hand. Weil für mich, was soll ich noch mehr machen? Ich bin sowieso am 1. Januar, weiß ich, ich bin das Ganze ja über ausgebucht. Ich habe Slots, Anzahl X, 300 schieße mich tot, je nachdem, wie das Jahr halt verteilt ist. Und ich weiß schon, die Dinger sind alle verkauft. Ich weiß nur nicht genau, wann werden die stattfinden, aber ich weiß am 01.1. Du hast sowieso keine Zeit für irgendwas anderes. Das heißt, in meiner Hood hier in NRW, die ich halt immer weiter optimiere, ein bisschen vergröße und so weiter, bin ich halt einfach bekannt wie ein bunter Hund. Und ich habe auch Anfragen aus München, aus Berlin, aus Stuttgart, Hamburg, auch Belgien, Frankreich, Italien, überall. Aber bevor ich mich jetzt ins Auto setze und dann, keine Ahnung, sechs Stunden, acht Stunden nach München fahre, dort ein Fotoshooting mache, dort übernachte, wieder zurückfahre. In der Zeit kann ich hier vier von meinen Buddies, also von meinen Buddies und Buddies, genau richtig, besuchen und es ergibt für mich keinen Sinn. Also ich bin hier in meiner Hood, wo ich dies tue, bin ich halt, da funktioniert es. Und sobald du halt expandierst, als One-Man-Show funktioniert es nicht. Weil da müsstest du wieder Leute ranholen und dann ist das ganze Modell wieder im Arsch.
BuddyJa. Wenn du jetzt selber unterwegs bist, abends essen, machst du es noch mit deiner Liebsten?
SaschaMache ich, nicht nur mit meiner Liebsten, mache ich natürlich auch alleine, weil ich will ja auch essen. Ich muss essen, ich muss satt werden. Ja, bin ich natürlich noch fast jeden Tag irgendwo. Aber es hat sich auf jeden Fall auch geändert in den letzten Jahren, wie man halt essen geht. Erkenne dich die Leute? Ja. Also ich meine nicht die Köche, sondern die Gäste. Auch, ja. Also ich werde wirklich oft angesprochen und ja, super, danke für den Tipp von hier und da. Oder wir haben sie dort und dort gesehen und so. Also ja, ja, man erkennt mich schon. Ja.
BuddyIch finde es gut, wenn man sich sowas in so kurzer Zeit auch aufbaut. Aber wir reden jetzt von zwölf Jahren insgesamt, wo du da unterwegs bist. Und eigentlich seit fünf Jahren bist du eine gesetzte Institution. Wir haben noch nichts getrunken. Also es ist jetzt nur ein bisschen so. Wenn du jetzt nur die letzten Jahre Revue passieren lässt, was wäre denn so der geilste Moment?
SaschaGeile Momente gab es wirklich echt viele, weil ich halt viel unterwegs war. Dann sag der Binnen drei. Ich sag dir einfach nur die Top 1, weil ansonsten hast du wieder, warum bin ich dann auf zwei und drei und nicht auf eins gewesen. Also ich sag einfach mal, das wahrscheinlich krasseste war, als ich letztes Jahr das Team von Christian Bauer am Tag der Deutschen Einheit begleitet habe. Okay. Das war ja also immer am Tag der Deutschen Einheit, wusste ich früher auch nicht, oder einen Tag davor gibt es halt so ein Staatsbankett, wie auch immer. Und jedes Jahr wird das von einem anderen Bundesland ausgerichtet. Letztes Jahr war es das Saarland und ja, eigentlich sind wir bei Staatsbediensteten, für die es halt Currywurst heilig, aber nee, die haben gesagt, wir hauen mal auf die Kacke und holen uns einen Drei-Sterne-Koch ran, was ja im Saarland auch Sinn ergibt. Die Leute wissen ja in der Regel, wie man gut isst. Und dann war es halt Christian Bau und dann kam die Anflagge rein, ob ich das Ganze begleiten würde. War halt auch mega exklusiv. Also ich war der einzige Fotograf an dem Tag, der dort war, bis auf die Fotografin vom Saarland selber, von dem Ministerium. Es war noch ein Pressevertreter dort und das war es. Also, das war wirklich sehr, sehr exklusiv. Du hast halt den ganzen Huddel mit Sicherheitsvorkehrungen und und und. Also es war eine ganz andere Welt. Und diesen Tag mitzumachen, das war für mich, glaube ich, so bis jetzt das Highlight, das kannst du auch nicht toppen. Ja, das ist auch cool.
BuddyAlso, wir haben mal mit dem Ralf haben wir mal einen Podcast gemacht aus Berlin mit einem Kollegen, da fällt mir der Name nicht ein, aber der hat über 100 Staatsbankkette für einen Bundespräsidenten. Und der hatte auch wirklich was zu erzählen. Sorry, wenn mir der Name nicht einfällt, aber die Hörer wissen das. Ihr müsst nur zurückblättern bei irgendeiner Folge, weiß ich nicht, 60 oder 70. Und das war schon faszinierend, was er erzählt hat, was da alles abgeht. Viele Sachen hat er es dann erzählt, wo es Mikro aus war. Aber ich finde das auch spannend. Aber wie kam denn dann diese Beziehung zu Christian Bauer? Also wirklich nur den Abend, du hast da gegessen, dann kam der ins Gespräch und hat sich das so entwickelt oder weil Saarland ist man ja auch nicht jede Woche.
SaschaNein, das stimmt. Aber klar, also Christian Bauch kennt man natürlich und das war dann, ich glaube, wann war es denn? 18, 19 die Ecke, ich glaube, 19 war es gewesen, wo ich dann wirklich die ganzen drei Sterne auch mal besuchen wollte. Also bis dahin war ich nur im Wohnendom gewesen damals, noch mit Joachim Wissler, drei Sterne. Und ja, dann ging es halt los und guckst du halt, du musst natürlich auch mittlerweile dann schauen, wo kannst du strategisch halt gut hingehen, um Sachen zu kombinieren. Und dann bietet sich sowas wie Christian Bau natürlich an, weil du halt auch noch Schanz und so noch drumherum machst und kannst vielleicht was verbinden. Aber nee, dann war ich beim Christian Bau zum Essen. Wir hatten halt uns kurz vorher ausgetauscht und das mache ich halt gerne, dass ich einfach nur die Restaurants informiere. Pass auf, ich komme vorbei und frage nach, ob ich dann ganz normal im Abendservice, ich will keine extra locken oder sonst irgendwas, ich möchte nur Bescheid sagen, ich bin da, ich habe eine Kamera mit dabei, bitte wundert euch nicht, was macht der Idiot da am Tisch, sondern ich erkläre, wofür ich das Ganze tue. Und ja, ist kein Thema, können wir machen und so weiter. Und ja, dann kamen wir halt noch ins Gespräch nach dem Menü, saßen wir noch wirklich, ich glaube, es ist zwei, halb drei oder so draußen in der Lobby. Das macht er ja auch immer ganz gerne und ja, dann sind wir ins Quatschen gekommen. Und dann war aber auch ein paar Jahre wirklich Funkstille und irgendwann haben wir uns dann wieder gefunden und dann fing das an, dass ich halt die Vorhensdinner fotografisch begleitet habe und ja, mittlerweile halt auch Menüs beim Fotografiere und ist halt gewachsen.
BuddyIch stelle mir dann immer so die Frage, wenn ich halt sehe, also du warst aber Marlon, hast Fotos gemacht vor, wann wir das, zwei Monaten, glaube ich, zweieinhalb. Aber das neue Heft oder ein neue Buch kommt eigentlich erst im Dezember. Das kommt erst im Dezember, genau.
SaschaDas heißt also, eigentlich sind doch dann die Menüstände nicht mehr aktuell, oder nicht? Das stimmt, aber was du beim Marlon gesehen hast, das war jetzt gar nicht für die neue Ausgabe, sondern mittlerweile ist es ja so, dass ich eigentlich Essberichte, also dieses Buchprojekt und mein Portal und so weiter, ist ja nur noch ein Teil von dem, was ich tue. Denn diese ganzen Fotogeschichten, die sind mittlerweile so astronomisch groß geworden, dass ich eigentlich von vielen als Flatrate gebucht werde. Das heißt, ich fotografiere bei denen jedes Menü gar nicht für mich, sondern ich werde als Fotograf gebucht, damit die Restaurants da halt den Content quasi haben und ihre Bilder zum Posten für Social Media. Also theoretisch mache ich sogar auch diesen Part für ausgewählte Restaurants, aber das ist eigentlich das, wofür ich mittlerweile viel, viel mehr unterwegs bin als für die Essberichte selber.
BuddyAber das heißt, aber social media-mäßig bist du, machst du postest du auch, ja, ne? Ja, ich poste ja über meine Kanäle ganz normal, ja.
SaschaUnd das heißt, eigentlich bist du ja dann auch ein Influencer. Natürlich, also Influencer bedeutet ja auch nichts anderes als irgendwer. Influencen heißt ja jemanden, ja nicht beraten, sondern beeinflussen, richtig. Und klar, egal was du tust, jeder ist ja irgendwo ein Influencer. Also von daher, ich tue mich auch mit dem Begriff ein bisschen schwer, weil ich finde halt, ich mache so viele Sachen so anders, als es der gemeine Influencer macht. Ich sehe mich da nicht.
BuddyDa würde ich dir sogar direkt recht geben.
SaschaDanke.
BuddyAber andere geben dir auch recht. Also Fotolia warst du, glaube ich, viermal ziemlich weit vorne.
SaschaFünfmal, ja.
BuddyFünfmal. Ich sehe ja viermal, aber das heißt ja nichts, weil ich habe mich ja vorbereitet. Also was ja total, ich habe ja versucht rauszufinden, wo kommt er her und dies und das, was ja echt schwierig ist. Also ich weiß nicht, aber wahrscheinlich ist wie bei mir, ich habe auch mal einen anderen Namen gehabt.
SaschaIch glaube, irgendwann, man sagt immer, das Internet vergisst nicht, aber irgendwann fängt es doch an zu vergessen, weil ich natürlich mittlerweile so viel Content von dem habe, was ich heute tue, weshalb einfach Sachen, die ich vorher gemacht habe, mittlerweile einfach bei Google rausgeflogen sind. Also wenn du jetzt ganz exzessiv suchst, wirst du auch noch Fotos von mir damals finden, noch in Schlips und Kragen von unseren Firmen von damals und so weiter. Aber das ist jetzt nicht mehr topgerankt bei Google. Deshalb ist es halt wirklich schwer noch, was vor meiner Erstberichte zu sagen.
BuddyDas ist mein Leben in Ihnen sehr Krawatte. Also die Erfahrung habe ich ja auch mit dir machen. Also meine Beratungskarriere war ja auch die, dass ich wirklich im grauen Anzug um jetzt hendo Krawatte unterwegs war. Ja, das hatte ich auch alles. Ich habe irgendwann mal überlegt, aber das möchte ich nicht. Also das ist, glaube ich, auch ganz gut. Jetzt von den Sachen, die du in der letzten Zeit so gesehen hast, es bricht ja gerade wieder so eine neue Foodwelle an, dass man sich wieder ein bisschen reduziert auf die Lebensmittel, weniger Schaum, weniger Shishi drumherum, nimmst du das auch so wahr?
SaschaJa, es ist ja ein Trend, der sich schon eigentlich ein paar Jahre abzeichnet. Ich habe es ja auch vor, keine Ahnung, zwei, drei Jahren habe ich schon mit Köchen drüber diskutiert. Also gerade halt im Bereich der Sternegastronomie. Also du hast die Gesellschaft, alles ist im Wandel und es ist mittlerweile unheimlich schwer, unterhalb der Woche ein Ein-Sterne-Restaurant vollzukriegen, muss man halt einfach so sagen. Nicht, weil die Jungs nicht mehr gut sind oder nicht mehr das machen, was sie immer getan haben, sondern weil der Gast einfach anders mittlerweile ist. Und von daher ist da ein großer Wandel. Und gerade unter der Woche würde ich jetzt mal sagen, die Leute brauchen kein Zehn-Känge-Menü, die brauchen ein bisschen Soul Food. Die wollen ein, zwei leckere Sachen haben, die wollen ein Gläschen Wein trinken und eine Flasche und wollen um 9 Uhr auf der Couch sitzen. Aller spätestens, weil am nächsten Tag geht der ganze Wahnsinn wieder von vorne los. Und du brauchst nicht mehr, dass dir einer jetzt jeden Gang einzeln erklärt und Abhandlungen und hier noch den neuesten Nature-Wein und was weiß ich nicht. Glaubst du, dass das das Erfolgsrezept auch von Rubens ist oder Diergaz oder auch mal von Stemmberg oder so? Auf jeden Fall. Also Flexibilität, die du in einer geilen Qualität lieferst, das ist das, was du aktuell brauchst. Wer das nicht hat, hat Probleme. Ist einfach so. Ja, würde ich auch so sehen. Also man muss halt schon die Bandbreite auch mit anbieten können. Ja, also das muss jetzt kein exorbitant großes Angebot sein, aber ich muss halt einfach als Gast, du musst ja unterscheiden. Gehst du jetzt zu dem ganz besonderen Abend in dieses Restaurant und willst die ganz große Klaviatur haben, weil du weißt, das ist eins der besten Restaurants, die es hier weit und breit gibt, dann willst du das natürlich. Aber der normale Esser, der ja trotzdem jeden Tag irgendwie essen geht, weil er halt gerne gut ist und satt werden möchte, der denkt da anders. Und das ist definitiv so. Ich brauche halt einfach ein paar Sachen zur Auswahl und dann bin ich glücklich und ich brauche kein festes Korsett. Ich brauche Flexibilität.
BuddyIch frage mich ja oft, was hat diese Veränderung hervorgerufen? Weil eigentlich, Deutschland ist immer noch eins der reichsten Länder der Welt. Gerade jetzt in Düsseldorf, sage ich mal, so ist der Durchschnittsverdienst vielleicht auch anders als jetzt Gräbenbräuch. Oder am Tageblatt, was ist der Tag ballert? Aber da frage ich mich schon, was hat diese Veränderung hervorgerufen? Essen die dann was Schlechtes in der Zeit oder convenient?
SaschaNein, also ich glaube, das ist auch keine Geldfrage, das ist eine Zeitfrage. Die Menschen geben das gleiche Geld aus wie immer, sie geben es nur anders aus. Bevor sie dann jetzt, ich sag mal, am Mittwochabend im Ein-Sterne-Restaurant sitzen, 150 fürs Menü bezahlen und dann eine Weinbegleitung trinken für 75, sitzen sie dann da, trinken vielleicht eine geilere Flasche, essen zwei Tellerchen, sind aber halt früher raus und haben das gleiche Geld ausgegeben, weil die haben ja das gleiche Bedürfnis, nur ich glaube einfach, die Menschen, die in solche Restaurants gehen, ist ja irgendwo der, ja, die fleißigen Menschen, die den ganzen Tag Gas geben. Und für die hat sich in den letzten Jahren einfach das Leben komplett geändert. Du wirst gefühlt den ganzen Tag von Verrückten umgeben, musst Probleme lösen, die es früher nie gab und bist den ganzen Tag nur unter Strom, um irgendwie den Apparat hier am Laufen zu halten. Und da willst du am Abend, Entschuldigung, ich so sage, keinen mehr haben, der dir auf den Sack geht und dir noch irgendwie nochmal erklärt, wie die gastronomische Welt funktioniert, was du zu essen hast und so weiter und so fort. Das brauchst du nicht. Du willst Teller 1, Teller 2, Glas 1, Glas 2, ab nach Hause. Ja, okay. Also das französische Prinzip eigentlich. So ungefähr. Ja, ein bisschen Nachricht noch und ab die Zonen. Richtig. Ja, wunderbar.
BuddyIch bin da ein großer Freund von eigentlich.
SaschaIch bin auch ein großer Freund davon. Es ist ja auch nicht, es ist ja eigentlich auch die normale Art. Wir dürfen nicht vergessen, wir kommen gerade aus einer Zeit, so die letzten 10, 12, 15 Jahre war natürlich ein absoluter Sternehype. Das Ding wurde ja auch exorbitant aufgeblasen. Und ist ja klar, irgendwann platzt halt so eine Blase. Wie an der Börse, wie überall auch. Du hast ein Angebot, was einfach die Nachfrage deutlich übersteigt. Und dann hast du das Problem, dass auf einmal sich die Gesellschaft wandelt und ein Trend, der vor zwei Jahren geil war, interessiert heute keine Sau mehr. Das heißt, du gehst in Düsseldorf, Oststraße zum Beispiel, und siehst dann da ein Sternerrestaurant, wo keine Sau drin sitzt und gehst fünf Meter weiter, da fressen die Leute dann Waffeln oder irgendeine Scheiße für 15 Euro das Stück, wo du dir denkst, wie behindert seid ihr eigentlich? Und da stehen sie dann Schlange um den Block. Und das ist einfach dieses völlig verrückte.
BuddyIch glaube, das hat jetzt nichts mit Handicaps zu tun oder Behinderung, sondern es hat vielleicht eher was damit zu tun, dass die Leute das überhaupt nicht reflektieren. Also deswegen. Für mich ist es echt spannend zu sehen, weil wir hatten ja schon so unterschiedlichste Food-Trends, wo Leute meinen, sie gehen gut essen, weil das jetzt in irgendeiner Art und Weise asiatisch ist. Also es hat, auch da gibt es ja in einen oder anderen Laden, wo man sagt, oh Gott, oh Gott, das gibt's bestimmt. In Düsseldorf gibt es ja ganz tolle Beispiele auch. Oh ja. Und es gibt sehr gute Beispiele. Aber du bist praktisch jetzt auch gar nicht festgelegt. Bei dir ist auch VA bis Z, also mit drin.
SaschaAuf jeden Fall. Also ich sage ja mal, mir ist egal, was du tust, Hauptsache du machst es geil und dann bin ich dabei. Also da habe ich schon Bock drauf. Ich entdecke auch gerne, unheimlich gerne neue Sachen, wenn sie wirklich gut gemacht sind. Aber es ist mittlerweile wirklich so, es ist unheimlich schwer geworden, die guten Sachen noch rauszupicken aus diesem unfassbar überschwemmten Markt. Und du hast auch das Gefühl, das ist halt wirklich überall das Gleiche.
BuddyAber was ist denn jetzt so, wenn du sagen sollst, hey, das sind so diese drei Trendsetter jetzt gerade, wo du siehst, die sind neu, die kommen gerade neu, also nicht die es schon gibt, die wir schon kennen, sondern die sind neu, wo sagst du, das sind die drei, die du gerade so in der Peilung hast.
SaschaAlso wirklich neue Trends sehe ich jetzt aktuell gar nicht, wo ich sage, da musst du hin. Neue Läden, ja, da gibt es auch wirklich immer viele, aber auch da würde ich mich jetzt gar nicht festlegen, weil gutes Neues, muss ich dir wirklich sagen, ich kriege ja ganz oft die Frage stellt, ich komme heute, bin ich in Düsseldorf in einem Laden, weiß ich. Und dann wird das erst, was der Küchench mich fragt, und was gibt es Neues in der Stadt? Dann sage ich immer einmal, Alter, ich. Habe keine Ahnung. Ich bin mittlerweile fast nur noch in meiner Bubble unterwegs. Und dieses Links und Rechts schaue ich mir schon fast gar nicht mehr an, weil ich weiß, eh, was heute aufmacht, ist in halben Jahr vielleicht schon gar nicht mehr da, wenn ich dann meinen Termin habe, um da das erste Mal hinzugehen. Das heißt, ich gebe der Sache erstmal Zeit und wenn sich das ein, zwei, drei Jahre etabliert hat, dann gucke ich mir das an. Vorher ist es für mich eigentlich völlig unrelevant. Es sei denn, es ist jetzt natürlich ein Küchenchef oder ein Menschen aus der Gastro, den ich kenne, der was Neues aufgemacht hat, wo ich weiß, das ist gut, gehe ich dann natürlich hin. Okay.
BuddyJa, ich stelle fest, dass also ich bin ja nicht so ein Trendsetter wie Carsten zum Beispiel, der für den Kölner Rundschau. Nee, was er? Kölner Nachrichten, Kölner Rundschau, ich bin da nicht so zu Hause.
SaschaStadtanzeiger. Stadtanzeiger, KSTA heißt ja, glaube ich immer, ne?
BuddyFür einen Stadtanzeiger unterwegs ist und der auch immer wieder weiß, oh, da gibt es dieses neue und das neue und dies und das. Ich krieg's halt immer nur über meine Bubble mit. Der, der macht gerade das und ihr Mai Gas zu, der macht dies und so weiter. Und das finde ich manchmal ganz spannend. Ich stelle aber fest, dass es in letzter Zeit weniger sich selbstständig machen, dass da eher weniger passiert, dass mehr Seiteneinsteiger auf einmal auftauchen. Und dann versuchen halt einfach nochmal was Neues zu machen. Finde ich ganz spannend. Was ich jetzt hier in Essen spannend finde, also überhaupt im Ruhrgebiet spannend finde, also es gibt ja einige, die sich da auch durchgesetzt haben. Ob jetzt das Jürgen Kettner ist mit Kamota, verrückte österreichische Küche zu machen oder der Hans mit seinem Teko, das ist schon enorm spannend. Ich war letztens da und ich habe mich wirklich innerhalb von einem Jahr der nochmal so zugelegt. Also es ist schon echt eine Nummer, was der Kind ist. Das stimmt. Das stimmt, ja. Hochspannend. Aber dann wird es hier im Ruhrgebiet schon eng. Richtig. Und dann fangen auf einmal Sterne Unternehmen an, Bistros aufzumachen und zu überlegen, wie dies nochmal an oder nicht aus der Not, behaupte ich, sondern einfach, weil sie sagen, jetzt ist der nächste Schritt. Das möchten wir jetzt mal machen, so ein Bistro. Das heißt also, so mittagsbistro und armen Sternenküche beispielsweise denkt in diese Richtung. Finde ich auch eine schlechte Idee. Aber glaubst du, dass du was Zukunft hat? Dass man die Karte erinnert? Also mittags ist man so ein Abend so?
SaschaDas hätte für mich auf jeden Fall Zukunft. Problem ist halt nur, also Zukunft in dem, was es wäre für den Gast ja. Zukunft für den Gastronomen nein, weil du halt einfach hier wieder das Problem hast, wahre Energie, Personal, das heißt, es wäre für dich nicht zu einem realistischen Preis finanzierbar. Viele machen es jetzt gerade, aber nicht, weil sie denken, ich habe jetzt einen neuen Trend, sondern das kommt natürlich aus der Not raus, weil das, was man vorher gemacht hat, einfach nicht mehr gefragt ist. Das heißt, du musst dich einfach, das meinte ich mit dieser Flexibilität, anders aufstellen. Und das versucht jetzt ein Hannapel. Klar, Jürgen hat es ja auch schon immer irgendwie gemacht mit seiner Gasthausküche dann, was ja auch super läuft. Also es ist ja auch keine Geldfrage in dem Sinne. Wie gesagt, dann kommen die Leute halt dann und futtern halt ein Gericht für 120, 130 Euro, weil Jürgen dann natürlich wieder aus dem vollen Schiff, Kaisergranat, Trüffel, Gänseleber, Kaviar, was nicht, nur alles drauf passt. Die Leute feiern es. Es funktioniert schon, aber es muss halt einfach umsetzbar sein. Also sagen Mittagsbistro, abends Sternenrestaurant, geile Idee, ganz schwierig umzusetzen.
BuddyIch glaube, das große Problem ist da eher das Personal. Ja, ja klar. Also die Leute zu haben dafür, die das mitmachen. Also sowohl in der Küche wie auch dann. Also es ist ja nicht getan, eine Sterneküche mache ich ja nicht einfach so, ich muss ja irgendwann miser Plas machen und alles und vorbereiten und baba.
SaschaDas ist es ja. Schon brauchst du doppelt so viele Menschen, weil die auf einmal zwei Schichten arbeiten, die dürfen ja nicht eine gewisse Stunde an Zahlen überschreiten. Dann hast du wieder das Thema Mindestlohn und und und. Also von daher, so einfach wie früher ist das nicht mehr. Und daran scheitern dann halt auch viele Ideen oder Konzepte, dass du das halt einfach nicht umsetzen kannst, auch wenn es der Markt haben will. Aber du kannst es nicht zu einem Preis umsetzen, der rentabel wäre.
BuddyWas mir bei deinem Konzept mit Ess-Berichten auffällt, ist, es ist halt alles von dir abhängig. Das heißt, wenn du mal krank bist, passiert nichts.
SaschaNee, aber du weißt ja, sobald du einen Gewerbeschein hast, dann wirst du ja nicht mehr krank. Das ist ja die beste Vorsorgetablette, die es gibt.
BuddyIch kenne das sehr, sehr gut. Und wenn, selbst mit letzter Kraft. Natürlich meinst du es noch irgendwie auf jeden Fall. Es ist schon arg von dir abhängig. Das heißt, wenn du mal irgendwann keine Lust mehr hast, gibt es das nicht mehr.
SaschaSo sieht es aus.
BuddyOkay. Weil das ist ja auch kein Konzept, wo man normalerweise, ich weiß ja, ich bin Berater, ich muss immer sagen, lass uns ein Konzept machen, dass man skalieren kann. Oder es auf andere Personen übertragen kann oder verkaufen kann. Sondern bei dir ist es eigentlich so, dass es so auf dich abgestimmt, wenn du mal irgendwann keine Lust mehr hast, dann ist es vorbei.
SaschaGenau, also ich denke da ja so wie du und ich mache das ja mit allem anderen auch, direkt skalieren, gucken, wie kann ich es noch geiler machen, außer bei mir. Da mache ich es nicht, weil ich weiß, es wird nicht funktionieren. Weil sobald ich hier anfange zu skalieren, ist das Ding, würde es in sich zusammenfallen. Also es würde keinen Sinn machen, jemanden zu sagen, pass auf, hier haben wir jetzt Ess-Berichte NRW und du machst jetzt einen Franchise mit Ess-Berichte Bayern. Das geht nicht, weil der hat nicht das Netzwerk, der hat nicht das Know-how, der macht halt nicht das, was ich mache, egal ob es jetzt richtig, falsch, gut oder schlecht ist, der macht es halt anders. Und deshalb würde es nicht funktionieren. Und das, was ich halt alleine tue, können halt auch nicht viele. Das ist halt mein großer Vorteil von Anfang an gewesen. Ich gebe ein Print-Magazin raus, mache auch online und das Ganze als One-Man-Show. Das heißt, ich brauche keinen Texter, ich brauche keinen Fotograf, ich brauche keinen Layouter, ich brauche keinen Designer, ich brauche kein Lektorat, ich brauche nicht dies, ich mache alles alleine. Aber du brauchst auch keinen Urlaub. Nein, genau, richtig. Ja, das ist halt wirklich so. Also Urlaub, nein, selten. Aber ich mache es ja auch nicht, weil ich es, also ich brenne ja für das, was ich tue. Wenn das nicht so wäre, dann würde ich es nicht machen, weil das Level, was ich da fahre, ist schon wirklich krass. Und ich sage auch immer, wenn viele fragen, und wo geht es jetzt ja in den Urlaub hin? Ich sage, nirgendwo. Ich bin froh, wenn ich zu Hause bin, in meinen eigenen vier Wänden, Terrasse, Grill, Garten, alles Tutti, meine Frau ist mit dabei. Und mehr brauche ich nicht. Dann bin ich glücklich. Ich muss nicht in die weite Welt, weil ich bin jeden Tag in der weiten Welt unterwegs.
BuddyDa frage ich mich dann immer, ob die Menschen, die so sind wie du jetzt, die in den Zaubertrank gefallen sind, sprich ADS haben. Oder was mit denen verkehrt ist. Weil ich sitze sehr gerne. Also ich kann super sitzen. Sogar auch ohne Getränk. Ich kann einfach nur irgendwo sitzen. Ich fühle mich dann auch eigentlich ganz gut. Aber das bist du nicht.
SaschaNee, das kann ich ganz schlecht. Also ich sitze dann vielleicht, aber ich sitze dann nicht und bin mit meinem Kopf gerade in den Wolken, sondern ich bin mit meinem Kopf im Business. Und gucke halt, wie kann ich was machen oder dann auf dem iPad rumgucke, was könnte da jetzt wieder Spannendes sein. Also Trendscoutest du auch über iPad an. Ja, auf jeden Fall. Okay.
BuddyDas heißt, wenn man auffallen will bei dir, sollte man auf alle Fälle gucken, dass die Bubble drüber redet oder dass man irgendwo auftaucht.
SaschaJa, gerne. Oder mich einfach direkt anschreiben, anrufen oder was auch immer. Weil da bin ich ja auch ein großer Freund von, was die meisten ja nie verstehen und immer so eine Hemmschwelle haben, wie, ey, den kann ich echt einfach kontaktieren. Das ist ja manchmal so wie hinter vorgehaltener Hand, sag mal, hast meine Telefonnummer von dem, das ist ja.
BuddyJa, aber das ist unsere, pardon, also ich bin ja älter als du, aber das ist noch irgendwo unsere Generation. Die telefonieren ja noch. Und ich habe letztens jemanden angerufen, der kannst du das nächste Mal bitte zum Abschlussgespräch kurz vorher eine Nachricht schicken, dass ich mich darauf einrichten kann. Und dann sage ich, weil für mich ist das ja Nahkommunikation. Das Motto, ich komme jetzt oder bin jetzt weg oder dies oder das. Das fand ich ganz seltsam. Aber ich glaube, das ist das mit diesem Warteschleifen, das wir mittlerweile gelernt haben, mit irgendwelchen AI-Dingern da zu quatschen und ganz erstaunt sind, wenn man ein echter Mensch dran ist.
SaschaDas stimmt, aber ich glaube auch Thema Telefonieren, also ich telefoniere auch gerne. Das Problem ist halt nur, wenn du halt ein gewisses Netzwerk hast, das wird bei dir ähnlich sein, würdest du theoretisch den ganzen Tag einfach nur noch telefonieren, weil es so viel zu besprechen gibt. Und darum, telefonieren finde ich gut, aber ich bin ein großer Freund von WhatsApp. Weil du weißt, rufst du jemanden an, wie geht's dir, was gibt es Neues, bla bla, das willst du ja alles gar nicht wissen, sondern es geht darum, jetzt einfach eine Info auf dem bestmöglichen Wege zu bekommen oder einen Termin zu koordinieren. Und das geht mit einer Sprachnachricht von 30 Sekunden echt geiler als mit einem Telefonat von 10 Minuten. Aber das Persönliche natürlich, es wird, ich habe immer bleiben.
BuddyIch habe eine Angst, dass sich gerade bei Köchen gerade jemanden stört. Ja, das sowieso. Und also bei dem einen oder anderen, mit dem ich unterwegs bin, da störe ich dann gerade bei Fernsehaufnahmen, bei dem anderen störe ich gerade beim Misanplas. Jetzt hat er gerade mal frei, dann ruft der Ruckadi an, der Idiot. Ja, klar, natürlich. Ich bin ja so ein berühmter, berühmt berüchtigter Montagsanrufer. Also unter dem Motto, ich habe eigentlich Zeit heute, aber hab eigentlich Frei. Ist übrigens auch so ein Thema, was mir immer wieder auffällt. So dieses Montagszuhen. Mir geht das so mega auf den Sack.
SaschaAuf jeden Fall.
BuddyMontags irgendwo gut zu essen, ist echt ein Problem.
SaschaJa, also du hast natürlich dann irgendwann so deine Favorites dafür. Und manche sehen es natürlich auch als Chance und verstehen das, aber ich verstehe halt auch, was daran das Problem ist. Das geht halt nicht immer.
BuddyAlso in meinen Augen könnte man das super verschieben auf Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, weil dann läden wieder mehr auf.
SaschaJa, dann hast du auch wieder das Problem, je nachdem, was du halt anbietest, das Thema Ware. Weil die Lieferanten ticken ja dann genauso. Das heißt, du kriegst montags, gibt es in der Regel sowieso keinen geilen Fisch, weil sonntags keine angeln geht. Das heißt, du bist da ja schon mal für Dienstag, Mittwoch eigentlich safe. Und montags ist ja der beschissenste Tag in der Regel, sowohl was das Publikum angeht, als auch was Ware und so weiter angeht. Und du musst natürlich deinem Mitarbeiter auch versuchen zu erklären, wenn du samstags arbeitest, dass er dann zumindest mit Sonntag, Montag zwei Tage am Stück frei hat. Also es sind ganz, ganz viele Faktoren, aber ich sehe das genauso wie du.
BuddyJa, ich sag mal so, dass das mit dem Lieferanten, das lasse ich nicht mehr ganz gelten. Also ich verweise hier auf die Folgen mit Lagunerie, wo es um das Thema gereifter Fisch gibt. Also Ikijba-Fisch zum Beispiel. Der hängt aber auch schon drei Wochen im Reifeschrank an. Der muss nicht sonntags geangelt werden. Genau, genau. Aber überhaupt, wenn ich jetzt sonntags einen Fisch angeln, würde ich dann montags vielleicht noch gar nicht essen. Ich würde den ruhig noch ein bisschen ruhig, also wenn es ein Süßwasserfisch ist, würde ich ihn ruhig noch ein bisschen liegen lassen. Bin ich bei dir, klar. Nichtsdestotrotz, ich glaube, dass da auch viel machbar wäre und ich glaube, dass da auch eine Chance ist. Also ich glaube, Gastronomie muss vielleicht auch ein bisschen flexibler werden.
SaschaDefinitiv, definitiv.
BuddyUnd was ich zum Beispiel verstehen kann und was mir auch auf den Keks geht, kennst du ja auch, wenn du abends mal bei dem einen oder anderen Kollegen bist und die No-Show-Rate siehst, da kann ich schon verstehen, dass dann der eine oder andere sagt, okay, jetzt muss man mal eine Gebühr einführen.
SaschaAuf jeden Fall, das ist absolut legal.
BuddyEs wird trotzdem besser, oder?
SaschaWas das Thema No-Show angeht, meinst du, ja, gefühlt schon, bin ich bei dir, aber viele haben natürlich mittlerweile auch das System umgestellt. Also es gibt bei den gewissen Kundenklientel mittlerweile ein Verständnis dafür. Die haben verstanden, dass man das so machen muss, ist auch immer eine Kommunikationsfrage. Aber ja, No-Show ist zurückgegangen, wobei es da auch immer so ein paar komische Zeiträume gibt, Februar, März oder so, wo auf einmal alle wieder Corona haben, aber man kann es halt schwer einordnen. Aber generell bin ich bei dir, es wird gefühlt weniger.
BuddyJa, was mir aufgefallen ist, jetzt auch beim Essen gegen und so weiter, dass die Leute schon auch pünktlich kommen oder pünktlicher und auch wirklich kommen. Aber ich habe auch festgestellt, jetzt gerade jetzt bei den letzten paar Male, ich habe so ein Weitohr, Weithörohr. Also auf dem rechten Ohr höre ich extrem gut. Okay. Und stelle fest, die Menge N an Arschlochgästen haben sich gewöhnt. Also die Beschwerer. Wie siehst du das?
SaschaJa, kann gut sein, weil, glaube ich, die mittlerweile auch so sich denken, ich zahle ja jetzt in Anführungszeichen viel mehr Geld als noch früher und dann will ich dafür jetzt aber auch noch viel mehr haben. Das ist ja so typisch Deutsche. Dieses Denken, hier habe ich aber früher für 120 Euro im Menü bekommen, jetzt zahle ich 160. Ja gut, mache ich, aber dann will ich auch der absolute Gott hier in der Bude sein. Das ist ja dieses typisch deutsche Verständnis. Oder es kann natürlich auch daran liegen, dass sich mittlerweile das Gästeklientel verändert hat und nur noch die übrig geblieben sind, die halt Bock auf so eine Gastronomie haben und du die ganzen Lifestyle-Hippies irgendwie nicht mehr jetzt im Restaurant siehst, für die das ja immer alles, oh, total toll, und der Küchenchef ist so super und Rockstar und Tattoo hier und dies. Oh, ja, mega, mega, mega. Die waren ja nie da, weil es ums Essen ging, die waren einfach da, weil sie ein Instagram-Post von sich da im Restaurant machen wollen. Und denen ist ja scheißegal. Da ist die Beschwerderate halt immer relativ niedrig gewesen, weil sie im Zweifel ja auch gar nicht bezahlt haben.
BuddyJa, genau, das ist mir auch aufgefallen, weil das war bei einem Koch, da muss ich jetzt nicht drüber. Ich weiß nur, dass es total lustig war, weil ich war da und dann habe ich gesagt, ja, Buddy, schön, dass du da bist, setz dich mal da hinten hin und dann normalerweise saß ich da in meiner Anatheke und so und dann, nee, aber da kam dann irgendwie so ein ganzer schwarm Influencer, die flogen ein, 45 Minuten, machten Fotos und flogen alle wieder raus. Also mit so einem draußen Mercedes-Bus klimatisiert, weg, wahrscheinlich zur nächsten. Also unglaublich. Und dann sag ich, was war das? So sagt er ja, halt Influencer. Was bucht man. Oder man lässt es, ja. Ja, ja, ich finde es sehr seltsam. Aber ich glaube, dass das sich auch irgendwann mal negiert, weil irgendwie will man ja den Gast da haben, der auch gerne da ist und der vielleicht auch aus einer gewissen Wertigkeit heraus daherkommt. Richtig. Das heißt jetzt für mich nicht, dass junge Menschen, die über Instagram aufgefordert werden oder motiviert werden, da essen zu gehen, dass sie nicht auch mit einer entsprechenden Hutzpe und mit einem Standing dahingegen, aber vielleicht dann auch eher aus einem anderen Grund. Ich weiß es nicht. Fancy Essen oder sowas?
SaschaJa, wahrscheinlich, wahrscheinlich.
BuddyAber ich glaube, es ändert sich so langsam wieder.
SaschaAlso Stück für Stück. Stück für Stück bestimmt. Du hast halt nur das Problem, du hast jetzt halt einen Markt erschaffen, der dann jetzt natürlich ein absolutes Überangebot repräsentiert. Du hast halt die Foodies, also nimm jetzt die Sternegastronomie. Wie war das denn vor Social Media? Wer ist denn in ein Sternerestaurant gegangen? Damals war das ja wie vom anderen Stern. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das waren halt dann Geschäftsleute oder wirklich Leute mit genug, in Anführungszeichen, Fuck You-Money. Das ist halt der Lebensstandard von denen. Dann kam Social Media und auf einmal war Sternegastronomie für jeden da. Dann hast du jeden, da sitzen gehabt, egal was. So, dieser Trend ist jetzt vorbei. Die Leute von vor Social Media kommen weiterhin, aber die wären Social Media sind nicht mehr da. Das heißt, du hast jetzt ein Überangebot und das gilt jetzt natürlich, es muss sich einfach im Markt wieder regulieren. Oder du musst halt deinen Küchenstil verändern.
BuddyWas ich lustig finde, ist, das hatte ich letztens noch in Berlin. Da war ich mit einem recht bekannten Koch und einem nicht so bekannten Koch und noch einem Kumpel von mir und zwei Influencer am Abend. Und ja, unser neues Hobby ist Influencer verarschen. Aber für das geht geil am Abend. Ich habe jetzt nichts dagegen. Also es ist alles super, macht euer Ding alles gut. Es gibt ja einen Markt dafür. Die waren so drüber. Ja, haben wir erstmal einen Tellerhanen kennen wir bestimmt. Also das ist so in dem einen oder anderen Lokal. Und wir hatten richtig Spaß, also hat mir richtig gut gefallen.
SaschaIch kann mir schon fast vorstellen, wer da mit dir unterwegs war. Ja, das könnte ich mir auch vorstellen, dass du das weißt.
BuddyAber wir sagen es nicht. Wer ungefähr. Aber wir meinen auch nicht die Influencer. Nein, nein. Aber da tut sich ja auch viel. Jetzt machst du auch Wein noch dazu so ein bisschen, oder? Ein bisschen, ja, ein bisschen, ein bisschen.
SaschaAber dann jetzt sagst du Rotwein, dann bist du auch so nur auf Rotwein eher orientiert, ne? Ja, ich bin wirklich komplett Rotweinliebhaber, das stimmt ja, aber das Thema Wein, ich habe das deshalb mal in einer Ausgabe mit aufgenommen oder ich sage es ja deshalb, weil oft werde ich halt gefragt, Sascha, was würdest du mir empfehlen von da und da? Ich bin kein Weinkritiker oder sonst irgendwas. Ich bin da auch ganz, ganz weit weg davon, hier schlaue Ratschläge dazu zu nehmen. Ganz wichtig. Ich glaube auch, das kann auch kein Junge, ob es jetzt Sommelier, Weinliebhaber, was auch immer ist, du kannst mir nach fünf Jahren nicht erzählen, dass du Ahnung von Wein hast, weil Wein ist halt etwas, das entwickelt sich. Und wenn ich mich halt fünf Jahre mich mit dem Thema beschäftige, dann habe ich noch keinen Jahrgang getrunken, den ich über fünf Jahre oder mehr hinweg verkostet habe. Das heißt, ich kann hier gar keine Meinung mehr gebildet haben oder ein Empfinden dafür entwickelt haben. Deshalb halte ich mich da komplett zurück. Ich gebe halt gerne an die Leute, die es interessiert, meine Meinung, wie ich trinke, weiter und was sie draus machen. Bleibt gerne denjenigen überlassen, aber ich würde mich jetzt hier nicht irgendwie in eine Weinbubble reinsetzen und sagen, ich erzähle euch jetzt mal hier, wie Wein getrunken werden muss.
BuddyIch sag mal so, ich glaube, das ist auch gar nicht mehr so wichtig. Also es gibt ja ein paar Beispiele von Leuten, die halt eine Weinpassion teilen. Ich denke da an Pommes und Wein zum Beispiel, finde ich sehr lustig. Haben wir letztens noch hier im Podcast, war auch ein sehr ungewöhnlicher Podcast, muss ich sagen. Wir waren, glaube ich, zu dritt auf ungefähr zwei Quadratmetern übereinander gestapelt im Büro. Okay. Haben den Podcast gemalt, auf alle Fälle hörenswert. Aber das hat mir sehr gefallen. Jetzt haben wir ja die ganze Zeit so nett gesprochen, du bist auch ein Künstler darin, dich nicht festzulegen. Ist ja gut. Man könnte ja auch irgendjemand vor den Kopf treten.
SaschaWenn der jetzt hier sitzen würde, wäre ich der Erste, der voll dabei ist. Das können wir gerne dann machen, aber ich finde es halt immer schwierig.
BuddyIch finde es nicht genau. Okay, das hat auch was von der Haltung. Also finde ich in Ordnung. Jetzt ist aber die Frage, wo hast du es denn am heftigsten verkackt bisher? Ich persönlich, wo ich es verkackt habe. Beim Fotografieren, beim irgendwas aufnehmen, Teller runtergeworfen, Küche angezündet, irgendwie sowas.
SaschaNee, also muss ich wirklich sagen, ich will es jetzt nicht beschreien, darum, ich klopf mal kurz hier auf Holz, auch wenn ich es wegen dem Mikro nicht laut mache, ist mir eigentlich nicht passiert. Und ich glaube, das ist auch so ein Ding, wo du hört es jetzt blöd an, aber die Jungs wissen, wenn der Sascha sagt, der liefert, dann liefert der. Also es ist mir wirklich, jetzt wo du es sagst, noch nie passiert, dass ich irgendwo nicht geliefert habe.
BuddyJa, aber irgendwas Peinliches vor Ort oder irgendwas?
SaschaNee, also was eine coole Geschichte ist, vielleicht, ja, okay, ist jetzt auch nicht melodramatisch, aber ich fand es echt nice. Ich war jetzt auch letzte Woche noch beim Erik Arnecke gewesen in Philipp Soldern, die Sonne in Frankenberg. So, da war ich vor fünf, sechs Jahren gewesen zum Fotoshooting. Erste Mal mit ihm und wir haben dann Fotos gemacht und da hatte ich ein Stativ aufgebaut, wo meine Kamera drauf stand. Und wir waren dann am Teller am Rumpffummeln und Erik hatte dann halt vergessen, dass hinter ihm dann meine Kamera mit dem Stativ stand und drehte sich um und ging und hat dann das Stativ umgeworfen. Kamera im Arsch. Echt?
BuddyOkay.
SaschaJa, ist wirklich genau auf die Linse gefallen. Ich konnte halt damit nicht mehr fotografieren. Gut, jetzt stehen wir da, es war halt nicht mein Fehler, es war sein Fehler, aber es passt halt irgendwie vielleicht jetzt zu der Geschichte. Und dann sind wir da in Frankenberg am Arsch der Welt. Was machst du jetzt? An einem Samstag, wo kriege ich jetzt eine Kamera oder ein Objektiv? Dann sind wir da durchs Dorf geeiert und haben wirklich noch so ein altes Fotostudio gefunden. Der hat noch zufällig ein altes Kernobjektiv gehabt. 1435 von Anne Dicke Milch, keine Ahnung. Komm, wir nehmen es mit, wir bringen es nachher zurück. Und haben dann das Fotoshooting durchgezogen. Und dann war ich letztes Jahr in München beim Jan Hartwig. Stehe dann da im Mittagsservice, haben wir ein bisschen geschnackt, ich war ein bisschen vorher da, um noch Fotos vom Interieur zu machen und so. Und auf einmal kommt dann Eriks ehemaliger Zus-Chef raus, der jetzt beim Jan arbeitet und dachte, ey, dich kenne ich, bei dir hat der Erik damals das Objektiv kaputt gemacht. Also von daher, das ist vielleicht so eine kleine Geschichte, die jetzt auch nicht weltbewegend ist, aber das ist das, was irgendwie hängen bleibt. Es macht in ganz Deutschland die Runde, dass man Objektiv beim Fotoshooting zerstört wurde. Gastronomie vergisst nicht. Genau. Nein, aber sonst muss ich wirklich sagen, ey, es läuft. Was nicht immer nur an mir liegt, sondern natürlich auch, man ist eingespielt. Ich kenne meine Jungs, wir wissen, wie wir arbeiten, das funktioniert halt einfach.
BuddyJa, ich meine, das hast du auch gut erarbeitet. Hört sich jetzt ein bisschen so an, als ob du gleich deinen Cape umziehst und nach Hause fliegst, aber man weiß es nicht. Man weiß es nicht. Rot ist das Cape auf alle Fälle. Rot ist es auf jeden Fall, das stimmt. Jetzt haben wir eine Playlist, die heißt Soul Food Tunes. Die gibt es auch auf Spotify. Okay. Da sind mittlerweile hunderte von Liedern drauf. Und ich versuche mal ein Lied zu nehmen, das in irgendeiner Art und Weise in Bezug zu demjenigen hat, der da ist. Und du darfst dir aber auch ein Lied wünschen. Carsten darf sich heute keins wünschen. Ich streiche das hier mal durch, Carsten. Du kriegst heute keins. Aber was wäre denn ein Lied, wo du sagen würdest, dass wir auf so eine Playlist setzen?
SaschaAlso auf meine persönliche jetzt, was nichts mit mir zu tun hat, meinst du?
BuddyNein, hier, jetzt hier auf die Soul Food-Sitz.
SaschaBoah, da stimme ich jetzt echt um einen komplett falschen Fuß. Also ich höre wirklich eine sehr, sehr große Bandbreite an Musik. Ich höre nichts Aktuelles, alles nur was von früher ist. So ungefähr. Nein, aber das könnte ich dir jetzt echt nicht sagen. Also es müsste natürlich irgendwas jetzt zur Atmosphäre passen, recht locker sein. Ansonsten bin ich eher so ein Gefangen.
BuddyGuck mal, andersrum. Welches Lied hörst du gerade gerne?
SaschaAlso ich habe verschiedene Playlists. Also ich habe auf meiner ganz normalen Amazon-Playlist, die ich jetzt im Auto anschmeißen werde. Da habe ich einmal, ich habe Techno, ich habe italienische Musik, ich habe Rock, ich habe Hardrock, ich habe meine Sportrock-Sachen, also alles, wo eigentlich Gitarre mit dabei ist und was eigentlich echt fest ist. Also dann ein Lied mit Gitarre. Böse Onkels auf gute Freunde. Okay. Böse Onkels, dass ich das mal aufhören kann. Jetzt kommen dir die ganzen Hater und wenn ich.
BuddyJa, hier spinse einer. Gib mir mal noch ein Alternatives. Ich müsste da nochmal reinhören, ob das sich deckt mit dem. Nein, böse Onkels habe ich wirklich ein Thema mit. Alles cool, alles cool, alles cool. Jetzt vielleicht nicht aktuell, aber aus der Vergangenheit daraus. Auch ein bisschen deswegen, weil die Jungs, für die die Musik gemacht haben, mich immer vorhauen. Das finde ich so doof.
SaschaOkay. Du meinst die Jungs für oder gegen die, die die Musik gemacht haben?
BuddyJa, die haben für die Jungs Musik gemacht und die fanden mich nicht so gut.
SaschaOkay, gut. Ist ja auch nicht schlimm.
BuddyAnderes Beispiel.
SaschaGerade noch gehört, Eros Ramazzotti, Tina Turner, Corse della Vita. Mega geiles Ding, gerade jetzt bei 32 Grad im Schatten, Fenster auf, Vollgas.
BuddyDas hätte, hätte, wollte ich auch letztens mit draufnehmen, aber hab's nicht gemacht. Bei Alfonso hatte ich das. Ich habe für dich Renato Corazon. Kennst du den?
SaschaJa, aber ich sag mir jetzt noch.
BuddyUnd der hat ein Lied Tu Vo Fa il Americano. Ach, so heißt das. Das ist das Original. Und da habe ich gesagt, das bringe ich mal mit drauf. Das gibt es auch als Techno und dies und das, aber das ist das Original. Und ich habe das, hört das, ich mag alte italienische Songs, die liebe sie, ja. Oder auch kubanische Songs aus den 30er Jahren, weil die haben so einen ganz bestimmten Spirit. Und das ist noch einer, der mit Krawatte und Anzug singt. Das erwarte ich eigentlich von einem Sänger. Ja, ja, ich bin dabei. Also herrlich, wirklich herrlich.
SaschaEr ist großartig, gerade die ganzen Musikvideos aus den 60er, 70er Jahren, italienische Musik, das ist ja wirklich, da packst du ja heute einen Kopf, aber damals war das halt immer so, ne? Auch Adriano Celentano.
BuddyJa, der bei 70er.
SaschaAber den gibt es sogar auch mit Anzug und Krawatte, ne?
BuddyIch weiß nur, dass ich letztens noch eine Diskussion hatte, ich glaube, mit meiner Liebsten kann der überhaupt singen. Und ich sag mal so, ist er egal. Er kann sich verknüpfen. Jeder liebt ihn, ja. Wie war das Una Fiesta?
SaschaSuiprati zum Beispiel.
BuddyJa, genau. Das finde ich sehr schön von ihm. Haben wir auch schon auf der Playlist übrigens. Ah, ja. Wir sind ja da ein bisschen vorgedacht. Dann sind wir ja fast deckungsgleich. Ja, absolut. Außer, ich sag mal, Techno habe ich zum Beispiel gerne auf der A3, wenn die frei ist. Und dann gerne Scooter. Ich bin wieder ein bekennender Scooter-Fan, was bei Teilen meiner Familie großes Stirnrunzeln ist, aber how much is for fish auf der A3 Richtung Süden, nachts, finde ich super. Legendär, oder? Ja, legendär. Hauptsache nicht 130, sagt ihr. Ja du, Sascha, war mir ein Fest. Ihr da draußen müsst euch jetzt mal Essberichte angucken. Das sind die Bücher, die Anfang Dezember rechts, wenn ihr reinkommt oder links, wenn ihr reinkommt, im Restaurant eurer Wahl. Vor allen Dingen, wenn ihr Düsseldorf, Köln, Ruhrgebiet seid, vielleicht auch bei Christian Bau. Auch bei Christian Bäu. Wo die dann dementsprechend auch eigentlich kostenfrei zu mitnehmen sind.
SaschaJa, also die Exemplare im Restaurant sind kostenfrei.
BuddyAnsonsten muss man sich die als Essberichte bei dir sprechen, einfach mal stellen. Und ich habe dieser Erfolge den Titel gegeben, erst die Kamera, dann die Gabel. Und ich hoffe, das kombiniert. Und ich jedenfalls freue mich, dass du nach Essen gekommen bist, dass wir so ein schönes Gespräch hatten. Ich hoffe, ich konnte das ein oder andere Mysterium aufdecken. Das werden dann deine Hörer entscheiden. Ich freue mich auf jeden Fall sehr. Unsere Hörer sogar. Oder unsere Hörer. Du bist ja mit am Start hier. Also insofern, das war Folge 204 von den Social Passionistas mit Sascha Perone und meiner einer. Carsten, wie gesagt, lässt sich entschuldigen. Und wir hören uns dann wieder. Wie gesagt, wir strahlen immer aus am 10. und am 20. Und wenn ihr euch das merken möchtet, dann wisst ihr eigentlich immer, wann die nächste frische Folge kommt. In diesem Sinne, danke, dass du da warst. Ich danke dir ganz, ganz herzlich. Liebe Grüße an Carsten. Viel Spaß beim Schreiben. Unbedingt. Und ihr da draußen, ihr habt euch wohl. Wir hören es die Tage. Bis dahin. Ciao. Danke fürs Zuhören bei den Soulfood Passionisters. Ihr könnt uns erreichen unter info.de. Also wenn ihr uns supporten wollt, unterstützen wollt oder einfach nur ein paar Titellos werden möchtet, immerhin mit und draufkritik ist natürlich gerne genommen. Nur so können wir backen. Und in diesem Sinne bleibt uns hier oben hier und an dieser Stelle und empfehlen wir uns weiter. Ciao, ciao.